In der Nachbarschaftshilfe begleite ich einen über 90-jährigen Mann, der körperlich geschwächt ist und nur noch kleine Strecken zu Fuß bewältigen kann. Des Öfteren versuchte ich ihn zu überzeugen, dass ein Rollstuhl eine Möglichkeit wäre, wieder Ausflüge in die Stadt zu unternehmen – von denen er mir oft erzählt und die er mit seiner vor zwei Jahren verstorbenen Frau gemacht hat.
Anfängliche Ablehnung
Im Rollstuhl zu sitzen ist bei ihm auf völlige Ablehnung gestoßen. Er soll gefahren werden? Das bedeutete für ihn Unselbständigkeit, Abhängigkeit und ein Zeichen von Altern.
Ein Wunsch gibt den Anstoß
Bei einem Treffen hat er den Wunsch geäußert, dass er so gerne mal wieder auf den Münstermarkt gehen würde – zum Obst- und Gemüsekauf und zum Essen einer Langen Roten. Die Gelegenheit habe ich genutzt und ihm nochmals den Vorteil eines Rollstuhls geschildert. Nach längerem Hin und Her war er damit einverstanden, dass ich beim Hausarzt ein Rezept anfordern und einen Rollstuhl beim Sanitätshaus bestellen soll. Es dauerte nur fünf Tage, bis alles erledigt war.
Der erste Ausflug
Nun konnte es losgehen. Wir fuhren mit der Straßenbahn in die Stadt, besuchten den Markt, aßen eine Wurst, die er sehr genossen hat, und gingen noch etwas spazieren. Er war so gerührt und begeistert.
Neue Lebensfreude
Seit diesem Zeitpunkt sind wir beide, wenn es die Zeit erlaubt, unterwegs und erleben so einiges außerhalb der Wohnung. Das Unterwegssein mit dem Rollstuhl hat ihm wieder mehr Lebensfreude geschenkt.