An einem heißen Augusttag 2015 erhielten wir die Nachricht, dass meine 250 km von Freiburg entfernt lebenden Eltern beide in unterschiedlichen Krankenhäusern lagen. Mein Freund und ich nahmen sofort Urlaub, fuhren mit dem Fernbus nach Saarbrücken und organisierten ein Carsharing-Auto.
Es stand zunächst nur ein E-Auto zur Verfügung und erst um 15 Uhr ein Benziner. Zuerst fuhren wir mit dem damals noch spektakulären E-Auto zu meiner Mutter in die Homburger Klinik, wo wir sie gut versorgt fanden, dann zurück nach Saarbrücken, um das Auto zu wechseln.
Dabei hatten wir die Reichweitenrechnung ohne die Klimaanlage gemacht – es war ja sehr heiß. Auf der Stadtautobahn kündigte sich das Ende des Batterievolumens lautstark an. Es hätte gerade so gepasst, wenn wir nicht die richtige Brücke über die Saar verpasst hätten und direkt dahinter in einen großen Baustellenstau geraten wären. Die Anzeige blinkte unerbittlich und kein Entrinnen aus dem Stau in Sicht.
Wären wir auf der Autobahn liegen geblieben, hätte uns niemand abschleppen können und wir hätten die einzige verbleibende Spur blockiert. Trotzdem bot der Carsharing-Betreiber mit Sitz in Frankfurt uns an, einen lokalen Abschleppdienst zu beauftragen und passte die Ausleihzeit der beiden Autos an. Den Satz der Mitarbeiterin werde ich nie vergessen: „Keine Angst, Frau L., wir holen Sie da raus!“
Kurz bevor der Abschleppdienst losfahren wollte, der aber eigentlich auch nur im Stau stecken geblieben wäre, kam eine Lösung in Gestalt einer kleinen privaten Zufahrt zu einer Kleingartenanlage, die wir mit dem letzten Rest Strom ansteuerten. Die Besucher des dortigen Kiosks staunten nicht schlecht, als wir nach einer Stromspende für unser E-Auto fragten. Die Kabeltrommel war schnell angeschlossen und in der Wartezeit gab es Schnitzel und einen Plausch mit den netten Saarbrückern, denen wir ein Schnäpschen ausgaben.
Der Rest klappte gut: Autotausch, Besuch bei meinem Vater im anderen Krankenhaus und Versorgungsabsprachen. Glück gehabt!