Ein Kind schaut traurig aus dem Fenster, vor dem Lebensmittel wie Gemüse, Eier und Brot durch den Regen fliegen

Ab in die Tonne!

Angebote für Lebensmittelgeschenke

Rund 6,5 Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut Verbraucherzentrale jedes Jahr allein in deutschen Privathaushalten im Müll, gut 78 Kilogramm pro Kopf. Mit ein wenig Herz und Verstand lassen sich im Alltag daraus einige gute Geschichten machen:

Retten und teilen: foodsharing.de. Die Initiative steht für Wertschätzung von Lebensmitteln und gegen unnötige Verschwendung. Sie sagt dabei offen, dass Lebensmittelrettung allein die strukturellen Ursachen von Verschwendung und Ernährungsarmut nicht löst. In Freiburg werden täglich 3,8 Tonnen Lebensmittel von Foodsharing gerettet. Das Foodsharing-Café Freiburg wertet einen Teil dieser Lebensmittel zu warmen Mahlzeiten auf und verteilt diese kostenlos.

Retten und sparen: Too Good To Go. Die App versteht sich als weltweit größter Marktplatz für überschüssige Lebensmittel. Geschäfte, Cafés und Restaurants bieten ihre Überschüsse als „Überraschungstüte“ an. Man reserviert und bezahlt in der App und holt die Tüte zur genannten Zeit ab. Es gibt auch Pakete für die Lieferung nach Hause.

Weitergeben an Bedürftige: Tafel Deutschland. Dem Dachverband sind über 980 Tafeln angeschlossen. Rund 77.000 Helferinnen und Helfer sammeln überschüssige, noch genießbare Lebensmittel und geben sie an armutsbetroffene Menschen weiter, laut Verband etwa 265.000 Tonnen im Jahr. Die Tafel-Suche auf der Website findet die nächste Ausgabestelle per Ort oder Postleitzahl, auch wer ehrenamtlich helfen oder spenden möchte, findet dort den Einstieg.

Zu Hause besser planen: „Zu gut für die Tonne!“. Die Kampagne des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gibt Tipps zum Planen, Lagern und Verwerten. Dazu kommen eine App mit Reste-Rezepten, ein Lebensmittel-A-Z, Materialien zum Download und eine jährliche Aktionswoche.

Aus Resten ein Essen machen: eat.de. Das kostenlose Tool schlägt Rezepte vor, die zu den Zutaten passen, die noch zu Hause liegen. Man filtert nach Zeitaufwand und Ernährungsweise (vegetarisch, vegan, laktosefrei, glutenfrei). Es braucht weder Anmeldung noch App, und die Datenbank umfasst über 6.000 erprobte Rezepte.

Politisch mitwirken: Good Food For All. Die Europäische Bürgerinitiative trägt den Titel „Essen ist ein Menschenrecht für alle!“ Ihr skandalöser Ausgangspunkt: Mindestens ein Fünftel der europäischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu angemessener Nahrung und industrielle Lebensmittelsysteme verschärfen diese Ungleichheit. Die Initiative fordert die EU auf, das Recht auf Nahrung in den EU-Rechtsrahmen aufzunehmen. Konkret verlangt sie unter anderem eine Verordnung für nachhaltige und faire Lebensmittelsysteme, einen EU-Ernährungsrat, ein Spekulationsverbot für Lebensmittel, gesunde und erschwingliche Schulmahlzeiten sowie eine Richtlinie mit verbindlichen Zielen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Die Initiative braucht bis zum 7. Januar 2027 eine Million Unterschriften.

Bild: Shlomaster auf Pixabay, bearbeitet mit KI

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